Die Reformationsstadt an der Elbe ist seit 2006 Schauplatz eines der wichtigen Festivals mit dem Fokus auf Musik zwischen Mittelalter und beginnender Neuzeit. Um die historische Zentralgestalt Martin Luther entwirft, bündelt und diversifiziert der künstlerische Leiter Thomas Höhne das Wittenberger Renaissance Musikfestival als Netz von zyklischen Linien. In den letzten Jahren ging es um Paul Gerhardt, Philipp Melanchthon und den Dreißigjährigen Krieg, 2019 steht „Die weibliche Saite“ im Zentrum.
Stellt Querbezüge zwischen Epochen her: Wittenberger Renaissance Musikfestival
Der Assoziationsreichtum ist ebenso beeindruckend wie die Zusammenkunft prominenter Künstlerinnen um Emma Kirkby und Hille Perl. Spannend gerät die Gegenüberstellung von Archetypen: Feen, die Jungfrau Maria und – bei einem Konzert mit Jugendlichen – „La Magdalena“ treten in musikalischen Dialog. Eine besondere Brücke schlägt das wahrscheinlich einzige Konzert, welches Hommagen zum 400. Geburtstag der Komponistin Barbara Strozzi und zum 200. Geburtstag von Clara Schumann verbindet. Es geht also nicht nur um eine Epoche, sondern auch um Querbezüge. Geschichte zum Hören.