Als Andrei Șerban Inszenierung der „Turandot“ in London Premiere feierte, lenkten diesseits und jenseits des Atlantik noch Margaret Thatcher und Ronald Reagan die Geschicke der Weltpolitik, und Helmut Kohl befand sich in seinem dritten Kanzlerjahr. Mit anderen Worten: Die Produktion ist etwas betagt und damit entweder verstaubt und anachronistisch oder zeitlos und genial. Ganz klar Letzteres ist der Fall, denn auch nach zahlreichen Wiederaufnahmen sind die Regiearbeit sowie das Bühnenbild und die Kostüme von Sally Jacobs so atemberaubend und zauberhaft wie die Oper selbst.
Die Handlung seiner letzten Oper siedelte Giacomo Puccini in einem realitätsfernen, märchenhaften Peking an und verarbeitet eine Erzählung aus der Geschichtensammlung „Tausendundein Tag“. Darin lässt die eiskalte Prinzessin Turandot jeden Freier köpfen, der ihre Rätsel nicht lösen kann. Nur der Mann, der alle drei Fragen richtig beantwortet, erweist sich als würdig, sie zu heiraten. Doch ein Prinz mit Namen Calàf löst die drei Rätsel. Turandot indes ist keineswegs willig zu heiraten und bittet ihren Vater, sie nicht diesem Fremdling auszuliefern. Der jedoch bleibt standhaft, weshalb Calàf Turandot einen Handel vorschlägt: Er wählt den Suizid, wenn sie bis Sonnenaufgang herausfindet, wie sein Name lautet. Die Prinzessin verordnet daraufhin dem Volke für diese Nacht Schlafentzug, damit es den Namen herausfinde … Unter dem Dirigat von Rafael Payare sind am Royal Opera House Sondra Radvanovsky als Turandot und SeokJong Baek als Calàf zu erleben.
concerti-Tipp:
ab. 1.4.
Teilnehmende Kinos und Termine:
rbokino.com