Bis auf den letzten Platz war die Londoner Royal Festival Hall am 30. Juli 2016 ausverkauft. Anlass war der Auftritt eines italienischen Pianisten, der seit einiger Zeit die Menschen mit seiner träumerischen und reduzierten Musik bezaubert: Ludovico Einaudi. An vier aufeinanderfolgenden Tagen wurde das Konzert, bei dem der Komponist Stücke seines aktuellen Album „Elements“ vorstellte, jedes Mal vor ausverkauftem Haus gespielt.
Ludovico Einaudi, der sich zuerst als Filmkomponist einen Namen gemacht hatte, avancierte zu einem der populärsten Komponisten und Pianisten in Italien, bald darauf auch in ganz Europa. Der Pionier des „New Classic“-Genres hat auf YouTube mehr als eine halbe Million Abonnenten und auf Spotify mehr Follower als Ludwig van Beethoven. Einaudis musikalischer Weg führte vom Film zur Solo-Karriere mit verschiedenen Stücken der Klassik, in die er später Inspirationen aus der Popmusik einfließen ließ. Nebenbei entstanden auch Werke für Kammermusik und Orchester.

Die Bühnenshows von Ludovico Einaudi sind sowohl hörens- als auch sehenswert
Für sein neuestes Album „Elements“ war Einaudi auf der Suche nach einer Inspiration, die seiner Musik eine neue Richtung weisen sollte. Er ließ Elemente aus den unterschiedlichsten Schöpfungsmythen, der euklidischen Geometrie und den Schriften des Malers Wassily Kandinsky in seine Ideen einfließen. Die Herausforderung, diese unterschiedlichen Einflüsse zunächst am Klavier zu verbinden, war ihm neu. Das Ergebnis: ein Crossover-Album, auf dem sich ein einer zwölfteiligen Suite das Klavier mit Streichern, Percussions und elektronischer Musik verbindet.
Der arte-Mitschnitt ist dabei nicht nur hörens-, sondern vor allem auch sehenswert. Zum Beispiel wegen der ungewöhnlichen Instrumente, die zum Einsatz kommen, etwa ein Waterphone und eine Singende Säge. Das Bühnenbild gibt sich analog zur Musik: minimalistisch und abgedunkelt.
Sehen Sie den Trailer zum Album „Elements“:
concerti-Tipp:
Mo. 14.5., 0:05 Uhr
Mitschnitt des Live-Konzerts aus der Royal Festival Hall
Ludovico Einaudi: Elements
arte