Nach dem Misserfolg bei der Uraufführung seiner „Aida“ war erst einmal Schluss für Guiseppe Verdi als Opernkomponist. Von seiner schieren Komponierwut ausgemergelt und erschöpft, legte er eine fünfzehnjährige Pause ein. Doch dann holte ihn die Vergangenheit ein: Vor langer Zeit traf Verdi während einer nächtlichen Zugfahrt (der Komponist sah sich inkognito Wagners „Lohengrin“ in Bologna an) auf den Opernkomponisten und Librettisten Arrigo Boito.
Verdis „Otello“ in London
Jahre später wollte Verleger Guilio Ricordi Verdi aus dem Ruhestand holen und vereinte ihn mit Boito. Die beiden nahmen sich Shakespeares „Othello“ an. 1887 kam die Oper zur Uraufführung und wurde ein unbeschreiblicher Triumph, der bis heute andauert. Das Royal Opera House bringt nun die Oper unter der Regie von Keith Warner auf die Bühne, während Jonas Kaufmann bei der Premiere sein Debüt als Otello geben wird. Marco Vratogna wird in der Rolle des Jago und Maria Agresta als Desdemona zu sehen sein. Die musikalische Leitung hat Antonio Pappano. Die Premiere wird am 28. Juni ab 20:15 Uhr in ausgewählten Kinos live übertragen.
Sehen Sie hier einen Trailer zur „Otello“-Inszenierung aus London:
concerti-Tipp
Guiseppe Verdi: „Otello“
Mi, 28.6., 20:15 Uhr
Mitwirkende: Jonas Kaufmann, Marco Vratogna, Maria Agresta, Antonio Pappano (Leitung) u.a.
Live-Übertragung in ausgewählten Kinos