Jean-Philippe Rameau ist seit jeher mit dem legendären Buffonistenstreit verbunden, der zwischen 1752 und 1754 ganz Paris in Atem hielt, als es darum ging, ob denn nun die französische oder die italienische Oper die Vorherrschaft hätte. Der Komponist stand damals ganz klar auf der französischen Seite und bekam damit die volle Wut des Philosophen Jean-Jacques Rousseaus zu spüren, der sich mit seiner Kritik in einem Brief über die französische Musik besonders gegen Rameau richtete.
Rameau als Musiktheoretiker
Dass Rameau aber nicht nur Komponist und Musikstreiter, sondern eben auch einer der ersten wichtigen Theoretiker war, wird heutzutage kaum beachtet. Dabei veröffentlichte er zwischen 1722 und 1760 insgesamt elf Traktate zur Musiktheorie und Harmonielehre. Anders als Kepler, Huygens und Euler vor ihm, die sich zwar auch an einer mathematischen Einordnung der Tonsysteme versuchten, dabei aber sehr unsystematisch und spekulativ herangingen, leitete er seine Harmonielehre streng deduktiv ab.
So prägte er etwa den Begriff Tonika für einen Dreiklang. Und auch die Bezeichnungen „Dominante“ und „Subdominante“ gehen auf ihn zurück. Allerdings hatten sie in seinem musiktheoretischen System eine andere Bedeutung als heute. Das alles und mehr wird heute Abend um 22 Uhr Thema in der Sendung „Alte Musik“ auf Deutschlandfunk Kultur sein, wenn Wolfgang Kostujak seine Hörer in das Denkmodell sowie die tonale Ordnung Rameaus einführt.
Les Arts Florissants und Rameau:
concerti-Tipp:
Alte Musik
Jean-Philippe Rameau und seine Harmonielehre
Di. 6.2., 22 Uhr
Deutschlandfunk Kultur