Dass man, wie der Dirigent Ádám Fischer mit den Düsseldorfer Symphonikern, eine avisierte Gesamteinspielung der Mahler-Sinfonien ausgerechnet mit der selten gespielten und nach wie vor umstrittenen Siebten beginnt, ist ungewöhnlich. Deren affirmativem C-Dur Finalpathos trauen viele Mahler-Dirigenten bis heute nicht recht – doch Fischer lässt hier das Finale derart gut gelaunt und freundlich jubelnd ausspielen, dass man sich fragt, ob Mahler es nicht vielleicht genauso gemeint haben könnte. Freilich bleibt Fischer auch in den anderen Sätzen bei seiner eher positiven Musizierhaltung, die mitunter etwas Unverbindliches hat. Dem dämonischen Scherzo etwa bleibt er genausoviel an klanglich-gestischer Zuspitzung schuldig wie den beiden Nachtmusiken: wer das unheilvolle Grummeln unter der Oberfläche der pastoralen Klangidylle spüren möchte, sollte zu Jonathan Notts Aufnahme mit den Bambergern greifen.

CD-Rezension Ádám Fischer – Mahler: Sinfonie Nr. 7
Unverbindlich
Ádám Fischer bleibt bei Mahlers Siebter viel an klanglich-gestischer Zuspitzung schuldig
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