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Rezension Aleksandra Kurzak – Desire

Sehnen und Hoffen

Nach zwanzig Jahren im lyrischen Fach geht Sopranistin Aleksandra Kurzak jetzt das dramatische an: Manches bezaubert, einiges aber bleibt blass.

vonEcki Ramón Weber,

Ein Albumcover wie aus den 1950ern, inklusive Frauenbild jener Zeit: Die Sopranistin im Blütenmeer, den Kopf artig zur Seite geneigt. Zum Glück sind die Interpretationen von Aleksandra Kurzak nicht so altbacken. Mit dem Album Desire nähert sie sich dem dramatischen Fach an. Doch nicht alles ist restlos berückend. Vor allem bei Puccini: Der Tosca fehlt das große Feuer, auch der Madama Butterfly. Die sich aus kapriziöser Träumerei entwickelnde Emotionalität der Nedda aus Pagliacci überzeugt dagegen, ebenfalls die dramatischen Belcanto-Nachbeben bei Verdi, da entfacht Kurzak bezwingende Dramatik. Auch die wilde Verzweiflung der Halka von Moniuzko, eindringlich in den vielfachen Ausdrucksnuancen. Ein absolutes Ereignis ist die Briefszene der Tatjana aus „Eugen Onegin“: Die füllt Kurzak wirklich differenziert mit prallem Gefühlsleben. Das Sehnen, die Zweifel, die Ängste, die Courage, all das ist zu hören. Bleibt zu hoffen, dass Kurzak in Zukunft weise auswählt.

Desire
Arien von Cilea, Verdi, Puccini, Bizet, Leoncavallo, Dvorak, Moniusko & Tschaikowsky

Aleksandra Kurzak (Sopran), Morphing Chamber Orchestra, Frederic Chaslin (Leitung)
Sony Classical

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