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CD-Rezension Alisa Weilerstein

Unglückliche Auswahl

Was hat Daniel Barenboim nur getrieben, Alisa Weilerstein für diese Aufnahme ausgerechnet Elgars Cellokonzert aufzudrängen? Jenes Werk, das seine verstorbene Frau Jacqueline du Pré einst berühmt machte und dessen packender Mitschnitt dank ihrer Verve und Intensität auf ewig mit ihrem Namen verbunden bleiben wird. Ein Anspruch, an dem die US-Amerikanerin nur scheitern kann – und…

vonChristoph Forsthoff,

Was hat Daniel Barenboim nur getrieben, Alisa Weilerstein für diese Aufnahme ausgerechnet Elgars Cellokonzert aufzudrängen? Jenes Werk, das seine verstorbene Frau Jacqueline du Pré einst berühmt machte und dessen packender Mitschnitt dank ihrer Verve und Intensität auf ewig mit ihrem Namen verbunden bleiben wird. Ein Anspruch, an dem die US-Amerikanerin nur scheitern kann – und so ist denn das Ergebnis Monotonie statt reich schattierter Töne, nutzt die Solistin nur wenige der reichen Möglichkeiten, die das Stück bietet. Und auch die Staatskapelle ermüdet das Ohr rasch mit ihrem Breitwandklang. Welch anderes Bild dann in Carters Konzert: Auf einmal offenbaren Solistin wie Dirigent Sinn für Farben und Kontraste, betörend das Melos des Cellos. Am Ende dann nochmal die große spätromantische Geste – und diesmal lässt sich der gefühlvolle Schönklang in Bruchs Kol Nidrei auch wirklich genießen.

Elgar: Cellokonzert, Carter: Cellokonzert, Bruch: Kol Nidrei
Alisa Weilerstein (Violoncello), Staatskapelle Berlin, Daniel
Barenboim (Leitung). Decca

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