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Rezension Gianandrea Noseda – Prokofjew: Dritte Sinfonie

Startschwierigkeiten

Prokofjews selten gespielte dritte Sinfonie entgleitet dem von Gianandrea Noseda geleiteten London Symphony Orchestra bisweilen.

vonEcki Ramón Weber,

In seiner 1928 in Frankreich entstandenen dritten Sinfonie zeigt sich Sergej Prokofjew als kompromissloser Moderner, radikal im Ausdruck, grell, hochnervös, mit geschärften Konturen. Dieser rund halbstündige zerklüftete Brocken wurde bei zwei Konzerten mit Gianandrea Noseda und dem London Symphony Orchestra in der Londoner Barbican Hall als digital EP mitgeschnitten. Im ersten Satz zerfasert die Wucht des Anfangs bald, es wirkt etwas ziellos, die Vielgestaltigkeit tändelt zu sehr, wirkt kurzatmig. Blech und Hörner haben zunächst Intonationsschwierigkeiten. Selbst der zweite Satz, eine emotionale Oase, spricht nicht richtig an. Es scheint, als ob das Orchester erst mit den nervösen Fliehkräften des Scherzos zu sich kommt. Hier haben die disparaten Elemente plötzlich Kohärenz. Das gilt auch für das kompakte Finale mit seiner Beschwörung großer Tragik.

Gianandrea Noseda
Gianandrea Noseda

Prokofjew: Sinfonie Nr. 3 c-Moll op. 44

London Symphony Orchestra, Gianandrea Noseda (Leitung)
LSO Live

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