Als „architektonische Skulptur“ und „frei im Raum schwingendes Monument“ bezeichnet das Staatstheater Cottbus sein Großes Haus, das nach einer Bauzeit von nur sechzehn Monaten am 1. Oktober 1908 feierlich eröffnet wurde. Modern sollte das von den Bürgern der Stadt initiierte Gebäude sein, sodass die Wahl auf den Jugendstil und den berühmten Berliner Architekten Bernhard Sehring fiel. Zwischenzeitlich als Munitionslager genutzt, setzen sich die Cottbusser 1945 erfolgreich für den Erhalt ihres Theaters ein, das sich rasch zum kulturellen Zentrum der Niederlausitz entwickelte. 1992 wurde das Vier-Sparten-Haus (Musiktheater, Schauspiel, Ballett und Konzert) zum einzigen Staatstheater in Brandenburg ernannt. Neben dem Großen Haus mit Platz für bis zu sechshundert Zuschauer verfügt das Theater mit Kammerbühne, der Theaterscheune und dem Kammermusiksaal über drei weitere Spielstätten.
Wurde anfangs nur eine einzige Oper im Monat gespielt, hat das Ensemble gegenwärtig rund ein Dutzend Stücke dauerhaft im Repertoire, hinzukommen sieben bis acht Premieren pro Spielzeit. Ebenso gehören Vermittlungs- und Mitmachangebote für das junge Publikum zur DNA des Staatstheaters. An der Spitze des hauseigenen Orchesters steht seit 2020 GMD Alexander Merzyn.