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Spielzeiteinladung Eduard-von-Winterstein-Theater

Herzlich Willkommen im Eduard-von-Winterstein-Theater!

Der Intendant Moritz Gogg stellt die Spiezeit 2023/2024 vor.

Moritz Gogg

Liebes Publikum,

Die Erzgebirgische Theater- und Orchester GmbH erweist sich seit meinem Amtsantritt als Spezialistin für Ausgrabungen, Wiederentdeckungen sowie seltene Kostbarkeiten, die auf Grund politischer Verhältnisse von der Bühne verschwanden. Gerade mit Produktionen von Werken jüdischer Komponisten und Autoren, die in der NS-Zeit verfolgt und deren Karrieren empfindlich beschnitten wurden, konnten wir national und international Aufmerksamkeit auf uns ziehen. So konnten wir mit der deutschen Erstaufführung der anrührenden Vertonung von Georg Büchners Komödie „Leonce und Lena“ des vergessenen jüdischen Spätromantikers Eric Zeisl einen großen künstlerischen Erfolg erzielen und unsere spektakuläre Inszenierung von Ralph Benatzkys Operette „Der reichste Mann der Welt“, ebenfalls eine deutsche Erstaufführung, wurde sogar mit dem BR-KLASSIK Spielzeit-Frosch 2021/22 ausgezeichnet. Die Spielzeit 2022/23 wartete ebenfalls mit einem großen Ereignis auf: der Produktion der 1838 komponierten Oper „Falstaff“ des Iren Michael William Balfe, die höchstwahrscheinlich erst die zweite Inszenierung dieses herrlichen Werkes darstellte. Und auch in der Saison 2023/24 wird es ein vergleichbar interessantes Angebot geben.

Komödie „Leonce und Lena“ des vergessenen jüdischen Spätromantikers Eric Zeisl
Das Opern-Lustspiel „Leonce und Lena“ von Eric Zeisl

So beginnen wir mit einer großen Besonderheit: der verspäteten Uraufführung der Oper „Don Buonaparte“ des jüdischen Komponisten Alberto Franchetti. Der von Giuseppe Verdi hochgeschätzte Franchetti gehörte zu den angesehensten und bedeutendsten italienischen Komponisten seiner Zeit, seine Opern konnten sich auf der ganzen Welt durchsetzen und erst durch die Einführung der italienischen Rassengesetze wurden die großen Aufführungsserien seiner Werke auf brutale Weise unterbrochen. Franchettis letzte Oper „Don Buonaparte“ konnte in dieser Zeit nicht mehr aufgeführt werden. Und so kommt es jetzt dazu, dass am Eduard-von-Winterstein-Theater in Annaberg-Buchholz fast 85 Jahre nach der Entstehung, etwas stattfindet, was so wahrscheinlich nie mehr stattfinden wird: die Uraufführung einer Oper eines Komponisten, der zur legendären Gruppe der sogenannten Giovane Scuola (Puccini, Mascagni, Leoncavallo und eben Franchetti), gehörte – mit Sicherheit ein Ereignis von überregionaler Bedeutung.

Szenenbild aus "Der reichste Mann der Welt" von Ralph Benatzkys
Szenenbild aus „Der reichste Mann der Welt“ von Ralph Benatzky

Des Weiteren präsentieren wir als zweite Musiktheater-Produktion die Operette „Der Fürst von Pappenheim“ des deutsch-jüdischen Komponisten Hugo Hirsch, der zu den „Altmeistern“ der Berliner Operette zählt. Das Werk gehörte zu den erfolgreichsten Berliner Operetten der frühen 1920er-Jahre und wird bestimmt durch den Verzicht auf falsche Sentimentalität, eine eingängige und rhythmusbetonte musikalische Charakteristik und eine ebenso kesse wie frivole Note. Sie ist also ideal dazu geeignet, als Nachfolge-Produktion in die großen Fußstapfen unseres „Reichsten Mannes der Welt“ zu treten.
Ebenfalls ein Höhepunkt der Spielzeit wird die szenische Uraufführung von Albena Petrovics Kammeroper „Das blaue Klavier“ sein. Petrovics für den Rundfunk komponierte Oper schildert in beklemmenden musikalischen Farben das schwere Lebensschicksal der Pianistinnen Vera Lautard-Shevchenko und Alice Herz-Sommer, die beide Opfer des perfiden Hitler-Stalin-Paktes wurden. In diesen düstersten Stunden ihres Lebens, schenkte ihnen die Musik Hoffnung, stille Freude und Zuversicht – ein eindrucksvolles Zeugnis der unglaublichen trostspendenden Kraft der Musik.

Dirk-Rueckschloss
Die Oper „Falstaff“ des Iren Michael William Balfe

Mit diesem interessanten Programm, so glaube und hoffe ich, zeigen wir wieder einmal, dass auch ein Theater abseits von großen Metropolen einen spannenden, interessanten und relevanten Beitrag zur regionalen und bundesweiten Kulturlandschaft leisten kann. Ich lade Sie ganz herzlich ein, daran teilzuhaben.

Ihr

Moritz Gogg
Geschäftsführender Intendant der Erzgebirgischen Theater- und Orchester GmbH

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