Einen ungewohnten Blick auf den Leidensweg Christi wirft Oskar Gottlieb Blarr in seiner 1985 uraufgeführten „Jesus-Passion“. Im Mittelpunkt steht freilich die biblische Figur des Gottessohns, der umjubelt in Jerusalem einzieht, im Garten Gethsemane verraten und schließlich gekreuzigt wird. Doch anders als etwa Bach bezieht sich Blarr nicht auf ein bestimmtes Evangelium, sondern flicht auch alttestamentarische Texte, Auszüge aus dem Talmud und jüdische Lyrik seiner Zeit ein. Gebetsmelodien aus Syrien sind hier ebenso zu hören wie klassische Choralsätze, freie Atonalität verbindet sich mit nahöstlichen Tonleitern. Für Immersion sorgt auch die Wahl der Sprache, denn gesungen wird auf Hebräisch. Jörg Endebrock dirigiert den Singulär am Karfreitag in der Hauptkirche St. Michaelis.
Blarr: Jesus-Passion
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„Lebe im Hier und Jetzt!“
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