Wenn das Jahr allmählich in die Zielgerade einbiegt, werden die Opernbühnen zur Zauberbox fantastischer Welten. Und wieder einmal scheiden sich die Geister: Die einen stimmen das Hohelied auf liebgewonnene Traditionen an, denn „Händel und Gretel“, „Nussknacker“ und Co. bleiben einfach zeitlos und gehören zur herbstlichen Zeit wie Kürbissuppe, Pfefferminztee, Wolldecke und ein spannendes Buch (am besten eines aus aktuellen Empfehlungen zum Bücherherbst). Die anderen wenden ein, dass sie Humperdinck schon als Kind furchtbar altbacken und langatmig fanden. Die concerti-Redaktion bezieht in diesem Heft ganz klar Position und sagt: Beide Seiten haben Recht! Deshalb bricht Peter Krause eine Lanze für die Operngala, deshalb empfiehlt Ihnen André Sperber märchenhafte Familienopern diesseits und jenseits des Grimm’schen Kosmos. In dieser Ausgabe finden Sie aber auch Abgründiges, Rauschhaftes und Erschütterndes aus dem Bereich des Musiktheaters. Und mit Michael Hofstetter haben wir diesmal einen „Blind gehört“-Kandidaten, der uns an seiner Expertise für die Operette und die Barockoper teilhaben lässt
concerti sucht das „Publikum des Jahres 2023“
Im Herbst hält auch eine weitere Tradition Einzug: Seit 2017 zeichnet concerti das „Publikum des Jahres“ aus. Bis zum 11. Dezember haben Sie wieder die Möglichkeit abzustimmen, welcher Veranstalter das „Publikum des Jahres 2023“ hat. Dabei können sie auch an der Verlosung attraktiver Preise teilnehmen. Nach Abschluss der Votingphase werden kurz vor Weihnachten zehn Nominierte auf einer Shortlist veröffentlicht, aus der dann eine Expertenjury den Gewinner auswählt. Es ist mir eine große Freude bekanntzugeben, dass in diesem Jahr Startenor Rolando Villazón den Juryvorsitz übernimmt. Als Reisetipp stellen wir Ihnen passend dazu das südthüringische Meiningen vor, dessen Staatstheater das aktuelle „Publikum des Jahres“ hat.
concerti gibt es bequem im Jahresabo oder an einer unserer Ausgabestellen.