Zu den schmählich unterschätzten Komponisten des frühen 20. Jahrhundert gehört unbedingt der Franzose Arthur Honegger, der in der berühmten „Groupe de Six“ rund um Erik Satie in Paris eine Art musikalisches Familienleben unter gleichaltrigen Erneuerern genoss. Von „moderner“ Musik kann man aber schon lange nicht mehr sprechen, denn die Neufassung seines „König David“ ist bereits 100 Jahre alt und eines der wenigen Werke, die gottlob hin und wieder auf den Plänen stehen. Dass sich der Hamburger Kantor Gerhard Löffler mit seiner Jacobi-Kantorei an das eindrucksvolle, aber herausfordernde Stück wagt, spricht für Dirigent und Chor. Denn hier prallen weit voneinander entfernte Tonarten, Bachs Kontrapunkt, Strawinskys Rhythmik und die damals neue Jazzharmonik aufeinander. Die Geschichte rund um den gotterwählten Nachfolger Sauls hat Honegger in ein glühendes Drama gegossen, das für alle, die noch nie den Namen des Komponisten gehört haben, eine Entdeckung sein dürfte – und für seine Fans ein Muss.
Gerhard Löffler dirigiert Honeggers „König David“ in Hamburg
Glühendes biblisches Drama
Die Kantorei St. Jacobi unter der Leitung von Gerhard Löffler wagt sich an Arthur Honeggers Oratorium „König David“.
© G2 Baraniak

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