Jetzt im Advent erklingen überall die unterschiedlichsten Weihnachtslieder. Für uns in der concerti-Redaktion ist das ein willkommener Anlass, um unsere musikalischen Lieblinge vorzustellen.
Bei concerti steht und fällt alles mit unserem Herausgeber und Chefredakteur Gregor Burgenmeister. Sein Favorit ist „Ich steh’ an deiner Krippen hier“, wie er selbst verrät: „Auch wenn die Urheberschaft der Melodie nicht gänzlich klar ist, bei ‚Ich steh’ an deiner Krippen hier’ BWV 469 trifft die Genialität des Tondichters Johann Sebastian Bach auf die des Wortschöpfers Paul Gerhardt, das Ergebnis ist so voll ergreifenden, fröhlichen und gleichzeitig melancholischen Tiefgangs, dass meine Mutter mir ihr Lieblingsweihnachtslied buchstäblich mit in die Wiege gelegt hat – und ich in meiner Jugend zur Weihnachtszeit am liebsten die Choralbearbeitung davon auf der Orgel gespielt habe.“
„Ich steh’ an deiner Krippen hier“:
Als Verlagsleiter Felix Husmann gefragt wurde, welches Weihnachtslied er am meisten mag, kam seine Antwort wie aus der Pistole geschossen: „,Tochter Zion’! Am liebsten in der Beethoven-Variante in seinen Variationen für Violoncello und Klavier, die wir zu Hause an einem der Weihnachtstage auch selbst musizieren. Besonders freue ich mich immer auf die Variation, in der das Klavier so wahnsinnig schwer zu tun hat und ich am Cello dank der Pausen den Weihnachtsbaum anschauen kann – bevor ich dann in der nächsten Variation das Thema habe.“
„Tochter Zion“:
Für unseren Vertriebsleiter und Business Developer Stefan Brettschneider ist es ganz eindeutig „Maria durch ein’ Dornwald ging“: „Auch wenn das Lied nicht so alt ist, wie es sich vielleicht anhört (es stammt wie die meisten Weihnachtslieder aus dem 19. Jahrhundert), hat es mit seiner archaischen Melodie in Moll eine besonders besinnliche Stimmung. Außerdem lässt es sich schön im Wechselspiel mit anderen singen und eignet sich für die einfache vokale Improvisation einer zweiten Stimme beim Refrain.“ Dieselbe Version dieses Weihnachtsliedes ist auch unserer Anzeigen- und Vertriebsassistentin Heidi Meyer ans Herz gewachsen: „Weil es mich in seiner Schlichtheit berührt.“
Auch Terminredakteur Nicolas Furchert hat sich für diese Version von „Maria durch ein’ Dornwald“ entschieden. Allerdings in einer anderen Version: „Die meisten (deutschen) Weihnachtslieder sind mir zu abgenudelt, erklingen viel zu oft in kitschigen Bearbeitungen. Eine wohltuende Ausnahme ist für mich ‚Maria durch ein Dornwald ging’, das zwar ursprünglich ein Wallfahrtslied war, sich aber Ende des 19. Jahrhunderts zu einem Adventslied wandelte. Wenn es so schlicht gesungen wird wie etwa von den King’s Singers vom Ensemble amarcord oder von Voces8, kann ich es auch ganzjährig genießen.“
„Maria durch ein’ Dornwald“ ging:
Unsere Ressortleiterin Ninja Anderlohr-Hepp traf ihre Wahl sofort: „,Alle Jahre wieder’ katapultiert mich jedes Weihnachten wieder zurück in meine Kindheit: Damals wochenlang aus dem zerfledderten Weihnachtsalbum (blau mit Engeln drauf) am Klavier geübt, erfasst mich noch heute eine diebische Freude auf das große, schön bassige C zu Beginn, den schlichten Text und die Feierlichkeit dieses Zweizeilers, bei dem sich selbst Opa den Text merken kann.“
„Alle Jahre wieder“:
Chef vom Dienst Jörg Roberts mochte sich zuerst gar nicht für nur ein Stück entscheiden. Letztlich ist es bei ihm „Gaudete“ geworden. Und warum? „Weil es so schön mittelalterlich und vielstimmig und trotzdem beschwingt ist.“
„Gaudete“:
Unser Textchef Maximilian Theiss begeistert sich indes für „Es wird scho glei dumpa“: „Oft wird dieses Lied missverstanden, denn es ist mitnichten heimelig, sondern voll zerbrechlicher Innerlichkeit. Das lyrische Ich sitzt bei Abenddämmerung vor der Krippe und hat widersprüchliche Gefühle: Einerseits ist da die kindliche Verehrung des Gottessohnes, andererseits aber auch elterliche Liebe und (Für-)Sorge. Denn der große Heiland und Weltenretter muss erst einmal als wehrloses, schutzbedürftiges Neugeborenes in einer ärmlichen Krippe irgendwie überleben – so besehen ist das Weihnachtsfest selbst voller Widersprüche. Und die hält das Lied stimmungsvoll – und auch ein bisschen anrührend – fest.“
„Es wird schon glei dumpa“:
Bildredakteurin Verena Kinle zieht es im Advent musikalisch immer in ihre Heimat: „Auch wenn ich schon lange außerhalb des Voralpenlandes lebe – die bairischen (sic!) Advents- und Weihnachtslieder bedeuten mir immer noch (oder gerade deshalb) sehr viel. Da ich Weihnachten aber schon lange in nördlicheren Landesteilen feiere, singe und höre ich natürlich auch andere Lieder. Ganz besonders am Herzen liegt mir ich ‚Freu dich, Erd und Sternenzelt’, ein Weihnachtslied aus Böhmen, das ich auch schon seit meiner Kindheit kenne und das zu meinem jährlichen Weihnachtsrepertoire gehört.“
„Freu dich, Erd und Sternenzelt“:
Online-Redakteurin Nicole Korzonnek geht bei „Carol of the Bells“ das Weihnachtsherz auf: „Immer wenn ich diesen Song höre, muss ich an Schneegestöber und lachende Menschen denken. Es symbolisiert für mich den Trubel der Weihnachtszeit von seiner schönsten Seite.“
„Carol of the Bells“:
Auch bei den beiden Volontären geht es etwas moderner zu. Bei Irem Çatı etwa ist der Weg das Ziel: „Wer kennt es nicht, das Gefühl an Weihnachten nach Hause zu kommen! Meine Fahrt dorthin wird begleitet von großer Vorfreude und Chris Reas rauchiger Stimme in seinem Song ‚Driving Home for Christmas’.“
„Driving Home for Christmas“:
Unser Volontär Johann Buddecke lässt auch im Advent nicht von seiner Jazz-Liebe ab: „Lässiger als Dean ‚Dino’ Martin kann man den Weihnachts-Evergreen wohl kaum interpretieren. Für mich der perfekte Song für eine entspannte Weihnachtszeit.“
„Blue Christmas“:
Bei Terminredakteurin Julia Oehlrich fiel die Wahl auf „Es ist ein Ros’ entsprungen“ im Praetoriussatz: „Dieses Lied hab ich ganz viel in Gottesdiensten und bei Konzerten gespielt, und da meine gesamte Familie die verschiedenen Stimmen kennt, können wir es mehrstimmig singen. Es ist schön und ganz traditionell, aber nicht zu kitschig.“
„Es ist ein Ros’ entsprungen“:
Für gleich zwei unser Terminredakteurinnen ist „Hark! The Herald Angels Sing“ das Lieblingsweihnachtslied. Julia Hellmig gerät dabei ins Schwärmen: „Sobald ich das Lied höre, ist für mich einfach Weihnachten: Jesus Christus ist geboren! Allein das Wort ‚Hark’ klingt schon so unglaublich freudig und verheißungsvoll. Und auch aus musikwissenschaftlicher Sicht ist es interessant: Ein englisches Gedicht aus dem 18. Jahrhundert ist die Grundlage. 100 Jahre später komponiert Mendelssohn den ‚Festgesang zum Gutenbergfest’, dessen Melodie von einem englischen Musiker kurzerhand adaptiert wird und die heutige Version des Weihnachtslieds ist.“
Insa Axmann begründet indes ihre Wahl wie folgt: „Ich liebe die alten, englischen Christmas Carols, die auf großartige Weise Pathos und Feierlichkeit vermitteln. Man kann in freudig weihnachtlicher Stimmung aus vollem Herzen mitschmettern, gleichzeitig sind die mitunter sehr alten Melodien äußerst anrührend. Die heutige Melodie von ‚Hark! The Herald Angels Sing’ geht auf einen meiner Lieblingskomponisten – Felix Mendelssohn – zurück. Mittlerweile gibt es zahlreiche gute Adaptionen des Carols – von reiner Blechbläserbesetzung über Jazz-Versionen bis hin zum A-cappella-Gesang. Mein Traum: ‚Hark! The Herald Angels’ in einem weihnachtlichen Gottesdienst in England zu erleben!“
„Hark! The Herald Angels Sing“:
Das letzte Lieblingsweihnachtslied kommt von Mirko Erdmann aus unserer Anzeigenabteilung, der sich für „Jezus malusieńki“ entschieden hat: „Das für mich schönste aus vielen schönen polnischen Weihnachtsliedern, welches seit Jahren Heiligabend mit meinen aus Polen stammenden Schwiegereltern und in großer Runde mit meiner Frau und deren Geschwistern gesungen wird und nicht fehlen darf. Da ich der polnischen Sprache (leider noch immer) nicht genug mächtig bin, überlasse ich den Gesang der Familie und begleite am Klavier. Die perfekte Einstimmung für eine weitere schöne Tradition an Heilig Abend: das darauf folgende 10-Gänge-Menü mit polnischen Speisen.