Welchem aufmerksamen Konzertbesucher ist es nicht schon einmal passiert: Plötzlich entstehen Bilder im Kopf. Aber auf der Bühne spielen nur die Musiker, wenn man die Augen wieder öffnet. Im Nikolaisaal wird es nun ganz anders aussehen. Tatsächlich werden Bilder zur Musik entstehen – live und in Echtzeit zu Kompositionen von György Ligeti, Giacinto Scelsi und anderen Vertretern der Moderne. Der in Potsdam geborene Künstler Merlin Rainer wagt das Experiment – und betont, welche Herausforderung das bedeutet. „Es ist ein Versuchsfeld“, sagt er. „Die weitaus geläufigere Kombination aus Musik und Tanz kann sich darauf verlassen, dass es im Publikum eine Art Vorwissen oder Übereinstimmung in der Lesart gibt.“ Trotzdem – oder gerade deshalb – wird er mit seinem Kollegen Maxim M. C. Kraszavin vom Leipziger WERTkollektiv das Programm mit dem KAPmodern Ensemble proben. Auf ein Stück ist er besonders gespannt: „György Ligetis Métarmorphoses nocturnes ist aufgrund seiner Komplexität nicht nur für die Musiker des Streichquartetts, sondern auch für uns im besonderen Maße anspruchsvoll.“
„Metamorphosen“ mit dem KAPmodern Ensemble
Wenn Bilder zur Musik entstehen
Das KAPmodern Ensemble wagt ein Experiment im Nikolaisaal Potsdam.
© Schott Music/Peter Andersen

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