Für den in der Schweiz geborenen und in Österreich lebenden Beat Furrer ist Komponieren ein „Instrument der Welterfahrung, der Welterkenntnis“. Die Musik ist ihm also kein Selbstzweck, sondern klingendes Medium der Wahrnehmung. Könnte das nicht auch für Orpheus gelten, den antiken Sänger, der mit seiner Musik wilde Tiere zähmte und Felsen zum Weinen brachte, also die Welt um sich herum durch die Kunst formte? Beat Furrer widmete dem Sohn der Muse Kalliope 2001 mit „Begehren“ eine ganze Oper, die zu seinen Hauptwerken zählt. Deren konzertante Aufführung bildet den krönenden Abschluss der fünftägigen „Zeitinsel“, die das Konzerthaus Dortmund dem Komponisten zum 70. Geburtstag widmet und bei deren Entwicklung dieser aktiv mitgewirkt hat.
Dort treffen Furrers Vokalzyklus „Enigma“ auf Musik der Renaissance, Furrers Violinkonzert auf Schuberts „Tragische Sinfonie“, und ein weiterer Vokalzyklus, „Akusmata“, ertönt in einer neuen Fassung – mit dem Klangforum Wien, das Furrer 1985 gegründet hat. Der „Zeitinsel“-Widmungsträger mit dem unverwechselbaren Personalstil ist natürlich auch selbst vor Ort und stellt sich den Fragen von Intendant Raphael von Hoensbroech.